"Sprechen Sie noch oder kommunizieren Sie schon?"

„Man kann nicht nicht kommunizieren!“ (Paul Watzlawik)

Kennen Sie das: Es ist Samstagmorgen, Sie sitzen gemütlich am Frühstückstisch und plötzlich ertönt ein lautes wrääääm aus dem Nachbargarten. Sie verstehen sofort: Der schöne Apfelbaum soll dran glauben. Hören Sie doch eimal genau hin: Erkennen Sie, wer die Säge in der Hand hält? Macht der Motor eher wrämm-emm-emm-emm-wrääämm-emm oder wräääääääääähhhm-wräääääääääääähm? Welches Gefühl erzeugt es in Ihnen, wenn Sie dem Geräusch lauschen – wohlwissend, dass es sich um den Baum handelt, den Sie von Ihrem Schaukelstuhl aus so gern beobachten, wenn die Vögel dort umher zwitschern…?

Kommunikation ist mehr als nur der Austausch von Worten. Wir kommunizieren über Raumgestaltung, Körperhaltung, Kleidung und auch damit, wie wir eine Motorsäge bedienen.

Ein Praxisbeispiel für Kommunikationsberatung: Frau Meyer hat einen Hofladen, der sehr gut läuft. Doch eines stört sie: Ihre MitarbeiterInnen „verschwinden“ immer wieder im Aufenthaltsraum. Nicht, dass sie dort faul sind, sie sind durchaus fleißig, bekleben Marmeladengläser und erledigen andere Dinge. Aber sie sind nicht „vorn im Verkaufsraum“. Frau Meyer wollte das gern ändern und rief mich an.

Ich schaute mir den Verkaufsraum an und analysierte die Problemlage, die Gestaltung, die generelle Mitarbeitermotivation und die Laufwege im Laden selbst. Statt eines Motivationsseminars empfahl Frau Meyer, die Einrichtung so zu verändern, dass einer der Laufwege (in Richtung Aufenthaltsraum) durch das Umstellen eines Verkaufstresens zu unterbrechen. Außerdem bat ich Frau Meyer, farbliche Akzente an zwei Wänden zu setzen, um neue Aufmerksamkeitspunkte zu schaffen.

In nur einem Tag und mit einem Materialeinsatz von weniger als 100 Euro wurde die Emfehlung umgesetzt. Vier Wochen später teilte mir meine Kundin erfreut mit, dass sich die Lage mit den MitarbeiterInnen deutlich verbessert hat. Außerdem hat sich der Umsatz eines Artikels nach Umgestaltung verdoppelt.


Sprechen Sie mich an, auch dann, wenn Sie das Problem noch nicht direkt beim Namen nennen können oder ein komisches Gefühl haben. Ich halte mich nicht an dem Problem auf, sondern forsche direkt nach Lösungsmöglichkeiten. So kommen Sie schneller in einen Positiven Flow.

Flow.